CANTOS

Herzinfarkt und Entzündung

Kardiologie web 01

Studientitel:
Antiinflammatorische Therapie mit Canakinumab bei Atherosklerose (The Canakinumab Antiinflammatory Thrombosis Outcome Study) [CANTOS]

Mit CANTOS konnte erstmalig in einer groß angelegten Studie belegt werden, dass eine entzündungshemmende Therapie zusätzlich zu und unabhängig von einer Lipid senkenden Therapie das Risiko für neue kardiovaskuläre Ereignisse bei Patienten reduziert, die zuvor bereits einen Herzinrakt durchgemacht hatten.

Die Patienten waren bereits leitliniengerecht auf niedrige Cholesterinwerte eingestellt.

 

Prüfsubstanz: Canakinumab (Ilaris®) versus Placebo zusätzlich zur Standardtherapie nach Myokardinfarkt

Studienleiter:     Prof. Paul Ridgker, Brigham and Women’s Hospital, Harvard Medical School, Boston

Kardiovaskuläre Ereignisse werden seit langer Zeit als Folgen von atherosklerotischen Plaqueablagerungen angesehen, verursacht durch erhöhtes LDL-Cholesterin. Dieses Cholesterin basierte Verständnis der Atherosklerose besitzt nach wie vor Gültigkeit. Dennoch zeigen Forschungsergebnisse seit vielen Jahren, dass etwa die Hälfte aller Herzinfarkt- oder Schlaganfallpatienten normale, oder sogar erniedrigte Cholesterinspiegel aufweisen [1]

Dies führt zur Schlussfolgerung lautet, dass neben erhöhtem LDL-Cholesterin auch noch andere pathogenetische Faktoren für die Bildung atherosklerotischer Plaqueablagerungen und die resultierende Risikozunahme kardiovaskulärer Ereignisse eine wichtige Rolle spielen. Die medizinische Forschung schreibt unter anderem der chronischen Entzündung eine Schlüsselrolle zu.

Über Jahrzehnte konnten Kardiologen in mehr als 20 groß angelegten Studien nachweisen, dass die Messung von Entzündungsmarkern Patienten mit besonders hohem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse identifizieren kann [2]    

Studienergebnisse: Teilgenommen haben 10.061 Patienten über einen Zeitraum von 6 Jahren. 

Die Behandlung mit 150mg ACZ885 [Canakinumab] ergab eine:

  • 17%-ige Reduktion von MACE als kombiniertem Endpunkt aus nichttödlichem Myokardinfarkt, nichttödlichem Schlaganfall, kardiovaskulärem Tod und Hospitalisierung wegen instabiler Angina pectoris mit dem Erfordernis einer ungeplanten Revaskularisation (p <0.005)
  • 36%-ige Reduktion des relativen Risikos einer Hospitalisierung wegen instabiler Angina pectoris mit dem Erfordernis einer ungeplanten Revaskularisationas a ls eine Komponente des o.g. kombinierten Endpunkts  (p <0.021)
  • 32%-ige Reduktion des relativen Risikos jedweder koronarer Revaskularisation (p <0.001) als explorativer Endpunkt

1 Miedema MD, et al. J Am Heart Assoc. 2017. 12;6(4).                                                                                                                                                                                                                                                 2 Ridker PM, et al. JACC. 2007. 49:21:2129-2138.

 

Weitere Informationen:   

Entzündungshemmer senkt kardiovaskuläres Risiko        [kardiologie.org  - von Veronika Schlimpert]

Antikörper gegen den Herztod    [medonline.at  - von Reno Barth]

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